Interview
Thomas Firsov
 

   

Der Regiseur sollte dafür sorgen, dass die Jungens wirklich Spaß an ihrer "Arbeit" haben.

In unserer letzten Ausgabe stellten wir die Neuproduktion "THE FIRST TIME" und die Jungschauspieler Dominic und Justin vor, in dieser Ausgabe, stand uns der Regiseur Thomas Firsov Rede und Antwort und erzählte uns aus seiner Sicht vom "Ersten Mal".

COCK: Tom, gib mal in 2-3 Sätzen - außer Sex, Sex, Sex - den Inhalt von "THE FIRST TIME" wieder?
Tom: Im Film kommt der szenemäßig unerfahrene und in einer Kleinstadt lebende Dominic nach Köln. Hier erlebt er mit Justin, einer Internet-Bekanntschaft, was in einer Großstadt - nicht nur nachts - alles abgeht.

COCK: Nach welchen Kriterien hast du die Schauspieler ausgesucht?
Tom: Für unsere Produktionen suchen wir natürlich wirkende, attraktive, junge Darsteller. Sie sollten möglichst noch nicht professionell für andere Filmproduktionen vor einer Kamera gestanden haben! Unerfahrene Darsteller sind bei unseren Produktionen immer von Vorteil. Wir suchen keine Profis, sondern wollen die natürliche Ausstrahlung und Wirkung neuer Models in unseren Filmen zeigen.

COCK: Das ist bei einem Porno doch sicherlich nicht alles?
Tom: Viele denken, dass Darsteller nach Schwanzgröße und Standhaftigkeit gecastet werden. Ich finde es aber entscheidender, wie man mit ihnen arbeiten kann, um eine Situation so geil zu gestalten, dass die Standhaftigkeit natürlich gegeben ist. Man muss kein Naturtalent an Standhaftigkeit sein; der Regisseur sollte dafür sorgen, dass die Jungens wirklich Spaß an ihrer "Arbeit" haben; was der Zuschauer dann letztlich auch registriert. Wir pumpen die Jungs weder mit Viagra voll, noch arbeiten wir mit anderen Tricks. Beim Dreh entwickelt sich eine natürliche Geilheit.

COCK: Was machte Justin und Dominic dann zu Auserwählten?
Tom: Die Beiden bringen diese natürliche Lässigkeit mit. Sie sind ja keine Pornostars, wie man sie aus vielen amerikanischen Filmen kennt, die sonnengebräunt aus dem Fitnessstudio kommen. Sie sind einfach die netten Jungs von nebenan, mit denen sich jeder identifizieren kann.

COCK: Wo habt ihr gedreht?
Tom:
Der Film gibt Einblicke in die Kölner Szene. Das heißt, alle Drehorte sind beliebte Treffpunkte, wie z.B. die Kneipe "Ex-Corner", der Sexhop "Dom", das "Gay-Sex-Center", die Redaktion des schwulen Regional-Magazins "Rik" und andere... Laßt Euch überraschen! Ich halte dieses Konzept für so gut, dass wir es im nächsten Jahr wohl auch in anderen Städten, wie Berlin umsetzen werden.

COCK: Wie und wo geht die Promotion für den Film ab?
Tom: Zunächst erst einmal in den großen schwulen Städten: Köln, Hamburg, München, Berlin. Später werden wir auch in den Nachbarländern unterwegs sein und Autogrammstunden durchführen. Dann gibt es unsere Pornostars auch mal zum anfassen. ;-)

COCK: Gab es abgesehen vom vielen Sex irgendwelche Probleme?
Tom: Zu viel Sex ist doch bei uns nie ein Problem. (Tom lacht...) Wichtig ist eben nur, dass die Darsteller miteinander gut können. Wobei es dann oft schwer ist, sie auseinander zu halten, damit sie am nächsten Drehtag ausgeruht am Set stehen. Das hat mir schon Probleme bereitet. Ich kann sie ja schlecht anketten oder sie ständig selbst überwachen. Auf der einen Seite habe ich die Jungs gut gecastet, so dass sie wunderbar miteinander harmonieren, auf der anderen Seite hatten wir auch die Situation, dass der Eine oder Andere am Set nicht mehr so richtig konnte, weil er die ganze Nacht schon "geübt" hatte.

COCK: Macht dich der Dreh nicht selbst geil?
Tom:
Beim Drehen bin ich hochkonzentriert, da passiert gar nichts. Wenn ich mir später die Aufnahmen ansehe und nicht geil werde, weiß ich, dass der Film nicht gut genug ist.

COCK: Gab es Sex mit den Beteiligten?
Tom: In der Regel sollte das nicht sein – aber ich hatte zu dem Zeitpunkt keine Regel. (lacht) Nein, es ist schon mal vorgekommen, aber nicht an der Tagesordnung. Ich möchte in erster Linie, dass die Jungs vor der Kamera gut funktionieren, damit der Zuschauer auf seine Kosten kommt. Ich halte mich raus, auch wenn es manchmal schwer fällt.

COCK: Wie ist deine Meinung zum Barebacking?
Tom:
In den letzen Jahren wurde hier ein Tabu gebrochen. Mittlerweile gibt es kaum noch Produktionen, die gemäß den Safer-Sex-Regeln gedreht werden. Der Markt verlangt nach Cum-Shots in den Mund und nach Verkehr ohne Kondom. Dies ist für uns nicht immer leicht umzusetzen, auch wenn wir inzwischen verschiedene Lösungen gefunden haben, wie wir das Verlangen nach Bareback-Pornos befriedigen können.

 

Persönlich denke ich, dass die Porno - Konsumenten, welche sich Bareback-Videos anschauen, alt genug sind, für sich selbst zu entscheiden, ob und wie sie sich beim Sex zu schützen haben.

COCK: Gerade in Köln steht man ja hinter der Kampagne "Köln (be)sticht mit Gummi". Wie greift ihr das Thema auf?
Tom:
Wir haben die Kölner AIDS-Hilfe um Rat gebeten, wie wir im Vorspann mit Bareback-Pornos verfahren sollen, ob es da vielleicht Empfehlungen oder Texte gibt, die wir vorsetzen können, wo Hinweise gegeben werden, was passiert, wenn man Barebacksex betreibt. Leider blieb man uns diesen Rat schuldig.

COCK: Ist "The First Time" - auch dein erstes Mal, filmisch gesehen?
Tom: Es ist nicht mein erster Film, ich habe schon für andere Produktionen gedreht. Für unser Label XXX-Project ist es allerdings der erste Film.

COCK: Ist es schwer einen Porno zu drehen?
Tom: Es ist schon anders, als bei einer normalen Film- oder Fernsehproduktion, weil man immer ein wenig improvisieren muß; Emotionen und Errektionen sind nun mal nicht steuerbar. Man muss die geilen Situationen erkennen, und dann in gute Bilder umsetzen - so etwas kann man nicht im Drehbuch festlegen.

COCK: Würdest du selbst in einem Porno mitspielen?
Tom:
Ich habe meine Erfahrungen vor einer Kamera gemacht, insofern kann ich mich ganz gut in die Rolle eines Darstellers versetzen.

COCK: Ist dein Freund eifersüchtig, wenn du von erigierten Schwänzen umgeben bist?
Tom: Nein, auf keinen Fall! Zu den Darstellern besteht ein eher freundschaftliches Verhältnis, also kein Grund zu Eifersüchteleien.

COCK: Habt ihr auch einen Fluffer?
Tom:
Fluffer sind "Hochbläser", die den Schauspieler bei einem Hänger wieder hochbringen. Wir bei unserer Produktion können darauf verzichten. Wenn es wirklich mal zu Zwangspausen kommt, kriegen die Jungs das unter sich selbst wieder in den Griff.

COCK: Suchst du weiterhin Modelle?
Tom:
Wir suchen ständig junge Darsteller unter 25 Jahren, jeglicher Couleur, das kann genauso gut ein Asiate, ein Afrikaner oder ein Europäer sein; ich finde gerade eine Vielschichtigkeit interessant.

COCK: Was sollten die können – was sollten die tun?
Tom: Beim Porno ist es in erster Linie wichtig, dass man eine gewisse Lässigkeit mitbringt, natürlich zeigefreudig ist und man nicht ständig in die Kamera schaut, sondern die Umgebung vollkommen vergessen kann. Dass man sich von ihr und dem Filmteam freimachen kann, damit das Ganze unverkrampft und natürlich wirkt. Wenn ich beim Casting merke, dass jemand permanent in die Kamera schaut und aufgeregt ist, sobald das Licht angeht, weiß ich direkt, dass es nicht funktionieren wird. Filmen ist nicht mit Fotografieren vergleichbar, wir wollen ja beobachten, da ist es ganz wichtig, dass man sich so darstellt, als wäre die Kamera gar nicht anwesend.

Also, wer sich bewerben möchte, der kann dies gern auf unserer Website www.xxx-project.com tun. Wir freuen uns über jede ernst gemeinte Bewerbung.

COCK: Gibt es irgendwann Teil 2 oder 3 vom "Ersten Mal"?
Tom: Wir haben Teil II gerade abgedreht, Teil III wird es nicht geben, das wäre nicht mehr so spannend. Wir werden aber ein ähnliches Konzept in einer anderen Stadt umsetzen. So lernt der Zuschauer, ganz nebenbei, auch ein wenig die schwule Szene einer interessanten Stadt kennen.

COCK: Verarbeitest du deine Träume/Wünsche in deine Filmideen?
Tom: Meine Träume nicht, aber sicherlich meine Erfahrungen, die ich gemacht habe. Wenn ich etwas Witziges, Verrücktes erlebt habe, bringe ich das schon ein. Eigentlich gibt es ja in einem Porno nichts mehr, was es nicht schon gab. Insofern bin ich immer sehr aufgeschlossen für spannende Ideen und Geschichten von Freunden.

COCK: Sind Pornos mittlerweile gesellschaftsfähig?
Tom: Ich denke die Sendung "Wahre Liebe" mit Lilo Wanders, hat dazu beigetragen, dass unser Beruf durchaus gesellschaftsfähiger geworden ist. Meine Freunde finden das Thema Porno ungeheuer spannend und überhäufen mich regelrecht mit neugierigen Fragen.

COCK: Was war denn dein geilstes Sex-Erlebnis?
Tom: Ich finde es sehr spannend, wenn man nicht alles sofort mit den Augen "abscannen" kann. Diese Fantasie leben ja auch viele Männer in sogenannten Darkrooms aus. Ich habe mich mal mit jemandem aus dem Internet verabredet, den ich nur stimmlich kannte. So haben wir uns bei unserem ersten Date die Augen verbunden, und uns gegenseitig nur mit den Händen entdeckt. Das war eine sehr spannende Erfahrung, die ich auch in meinem Film einmal mit eingebaut habe.

Gibt es einen bestimmten Darsteller mit dem du gerne einmal drehen möchtest?

Klar, mit Adam Dexter..., dann würde ich jedoch eher vor der Kamera stehen wollen. Natürlich nur mit meinem Freund zusammen. Ich hoffe er ließt das.